Nach den so unterschiedlichen Eindrücken, die wir bei der Gedenkstätte am Radkersburger Rathausplatz und dann beim Siegesdenkmal der Roten Armee gewonnen haben, möchte uns David Kranzelbinder nun ein Denkmal auf der gegenüberliegenden Murseite im slowenischen Gornja Radgona zeigen.

(David Kranzelbinder, 0:41 min)

Nach wenigen Metern überqueren wir die Mur und damit die Staatsgrenze  nach Slowenien.

Nur knapp einen Kilometer später stehen wir unter dem Hügel der St.-Peter-Kirche  und neben der „Aleja velikih“, mit Bronzebüsten verschiedener Künstler, Gelehrter und anderer berühmter slowenischen Männer[1] (wo bleiben die Frauen?) auf dem Maistrov Trg.

Hier wurde im Juni 2001 zum Gedenken an den 10. Jahrestag des Krieges für ein unabhängiges Slowenien eine Gedenkstätte errichtet wurde. Die Gedenkstätte Spominski Park Nikoli Več  (Gedenkpark Nie wieder) besteht aus mehreren Teilen. Der Sockel mit der dreisprachigen Aufschrift „Nikoli Več  – Nie mehr – Never More “ ist begrenzt von zwei Fahnenmasten. Kleine, etwas verlorene Plastikkränze mit Schleifen stecken im Rasen. Rechts dahinter stehen in einiger Entfernung neun verchromte, aufrechte und unterschiedlich gestaltete Rohre mit Kapitellen, die  slowenische Bäume darstellen sollen. Die Arbeit stammt vom 1963, nicht weit von Gornja Radgona geborenen Bildhauer Mirko Bratuša, der in mehreren seiner Werke im öffentlichen Raum die Idee des Anti-Monuments verfolgt.[2] Weitere Teile des Parks sind Kanonenrohre der damaligen jugoslawischen Armee, welche dem Zerfall überlassen werden und mit deren Verschwinden auch Kriege verschwinden sollten. Links hinter dem Sockel findet sich eine Skulptur eines kaputten Kanonenrohres mit einem Bronzebecher mit Birnen sowie Köpfen in den Naben der Räder der Kanone.[3]

Ein weiteres, weit sichtbares „Heldendenkmal“ fällt uns im Stadtzentrum von Gornja Radgona in der Partizanska cesta (Partisanen Straße) bzw. genauer gesagt am Trg svobode (Freiheitsplatz) ins Auge. Es ist das 1961 vom Architekten Milan Černigoj entworfene, rund zwanzig Meter hohe Denkmal aus grauem Idrija-Granit, das an den Nationalen Befreiungskampf (NOB – Narodnoosvobodilni Boj) der slowenischen Befreiungsfront (Osvobodilna Fronta – OF) und jugoslawischen Partisanen erinnert, als diese im Zweiten Weltkrieg  gegen die deutschen und italienischen Besatzungsmächte und deren Unterstützer:innen im damaligen Jugoslawien kämpften.[4]

Am sich nach oben verjüngenden Obelisken sind zwei abstrakte, menschliche Figuren zuerkennen. Zudem sind am Sockel im unteren Bereich auf einer Metalltafel folgende Zeilen zu lesen:

NEUKLONLJIVIM KI ŽIVLJENJA SVOJA

SO V BOJU ZA SVOBODO DAROVALI

IN VSEM KI V NAROD SVOJ V NAJTEŽJIH

DNEVIH ZVESTO SO INE NEOMAJNO

VEROVALI

V ZAHVALO DVIGA SE TU SPOMENIK

JUNAŠKIH BORB IN ZMAG GLASNIK

Was auf Deutsch in etwa bedeutet:

DEN UNBEUGSAMEN, DIE IHR LEBEN
IM KAMPF FÜR DIE FREIHEIT GEOPFERT HABEN,
UND ALLEN, DIE AN IHR VOLK
IN DEN SCHWIERIGSTEN TAGEN
TREU UND UNERSCHÜTTERLICH
GEGLAUBT HABEN,
ZUM DANK ERHEBT SICH HIER
EIN DENKMAL, BOTE HELDENVOLLER KÄMPFE UND SIEGE.

Nun geht es zurück nach Österreich über die 2009 sanierte, nunmehrige „Brücke der Freundschaft“[5]

Joachim Hainzl


[1] Vgl. https://sloveniaguide.si/de/places/pomurje/gornja-radgona/gasse-der-grossen/

[2] Vgl. https://www.bazato.si/portfolio-item/mirko-bratusa/?lang=en

[3] Vgl. https://spomeniki.blogspot.com/2014/11/gornja-radgona-spominski-park-nikoli-vec.html

[4] Vgl. https://spomeniki.blogspot.com/2014/11/gornja-radgona-spomenik-nob.html (Der Blog „Symbols of recent history“ https://spomeniki.blogspot.com/  ist übrigens eine sehr spannende Quelle für Denkmäler und Gedenkzeichen in Slowenien! Zu Gornja Radgona finden sich folgende Einträge: https://spomeniki.blogspot.com/search?q=gornja), https://de.wikipedia.org/wiki/Nationaler_Befreiungskampf_Sloweniens, https://www.xiwl.com/w/index.php/Gornja_Radgona_-_Spomenik_NOB  

[5] Vgl. https://spomeniki.blogspot.com/2014/11/gornja-radgona-most-prijateljstva.html

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