In der Steiermark gibt es über 700 Mahnmale, Denkmäler und Gedenkorte, welche an die soldatischen Opfer des Ersten und des Zweiten  Weltkrieges im öffentlichen Raum erinnern.

Neben gefallenen und vermissten Soldaten der k.u.k.-Armee sowie der Deutschen Wehrmacht (das heutige Österreich war während des Zweiten Weltkriegs ja an das nationalsozialistische Deutsche Reich angeschlossen) finden sich auf den Denkmälern mitunter auch Zivilpersonen oder Angehörige des NS-Regimes, welche im Zweiten Weltkrieg oder in der Nachkriegszeit unter unterschiedlichen Umständen getötet wurden.

An manchen Orten, wie am Soldatenfriedhof Lebring-Lang  sind auch Denkmäler für die dort verstorbenen Kriegsgefangenen errichtet worden.

Die bildlichen bzw. textlichen Motive sind sehr beschränkt und lassen sich grob in folgende Kategorien einteilen:

Motiv in textlicher und/oder bildlicher DarstellungAnzahl (Mehrfachnennung möglich) (n= 722)
Verbindung zu christlicher Religion bzw. katholischen oder evangelischen Stätten (Text und/oder Gestaltung), Verortung378
Heldenopfer; (Unseren) (teuren) Helden; Soldatentum; Krieger; Kämpfer173
Bildliche Darstellung von Soldaten, Adlern, Löwen, Helmen, Kriegsszenen, Geschützen, Granaten, Kameradschaft, … (oft mit k.u.k. Uniformen)170
(dankbare) Heimat; in Treue; zur Ehre; in Ehrfurcht; ehrendes Gedenken; uns Verpflichtung110
Heimat (Söhne der Heimat, für die Heimat); für Volk und Vaterland; für Euch67
Pflichterfüllung; Treue (bis in den Tod); fest; opferbereit; das Leben geopfert; furchtlos; Wir sind verpflichtet33
Für Frieden; Nie wieder; den Frieden wahren, bildliche Friedensszenen31
Den Lebenden zur Mahnung25
für die (deutsche) Heimat; für Freiheit (ab 1955, „Freiheit“ durch NS-Truppen); für Volk;  für die Sippe, für das Grenzland20
Betonung von Tapferkeit; Heldenmut20
Ehre; Feld der Ehre; Tatenruhm19
Opfer war nicht umsonst; haben ihr Leben hingegeben; ihr Leben für uns geopfert14
In Liebe5

Für unsere Recherche im Vorfeld unserer künstlerischen-diskursiven Reisen durch das Land haben wir verschiedene Quellen verwendet.

  • Als sehr hilfreich erwies sich die aus den USA betriebene Website Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, auf der Denkmäler und Gedenkstätten aus verschiedenen Staaten und so auch aus Österreich bzw. der Steiermark mit Standort aufgelistet sind. Jede Gedenkstätte ist (klein) abgebildet, wird kurz beschrieben und enthält die Abschriften der Texte auf den Denkmälern sowie der auf den  Denkmälern angeführten Namen. Viele der über 700 Beiträge für die Steiermark wurden von Leo F. Palkovics (1944-2016) verfasst.
  • Von Gottfried Maicher (Österreichischen  Kameradschaftsbund, Landesverband Steiermark) wurde 2012 das Buch „Mahnmale und Kriegerdenkmäler in der Steiermark“ herausgegeben, das Mahnmale in 388 steirischen Gemeinden (inklusive 13  Grazer Bezirken) mit Standort auflistet und abbildet.  Neben einer Beschreibung des Denkmals inklusive  Besonderheiten werden auch Entstehungszeit (plus Erweiterungen und Renovierungen), Feiern und die betreuende Institution  angeführt sowie angemerkt, ob das Denkmal unter  Denkmalschutz steht. Danke an Heimo Halbrainer für den Hinweis auf diese hilfreiche Werk!
  • Eine weitere, privat von Wolfgang Huttarsch in Wien betriebene  Website  ist Kriegerdenkmäler unserer Heimat, die für die STEIERMARK 210 Einträge auflistet. Hier werden die Denkmäler durch mehrere und größere Abbildungen  dokumentiert. Ebenfalls (nur) abfotografiert sind die Namenstafeln.  
  • Als hingegen wenig informativ zu Gefallenendenkmälern und soldatischen Opfern  erwies sich die Website www.kriegstote.org.

Wie unsere Reisen zeigen, sind die Angaben zu den Opfern  mitunter fehlerhaft bzw.  fehlen immer wieder auch Namen bzw. oft Details zum Todesdatum und -ort.  

Für soldatische Opfer den Zweiten Weltkriegs empfiehlt sich die „Gräbersuche“ über die Seite des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., der im Auftrag der deutschen Bundesregierung Kriegstote im Ausland sucht.

Für Opfer der k.u.k.-Armee des Ersten Weltkriegs empfiehlt sich eine Online-Suche über die vom k.u.k. Kriegsministerium herausgegeben „Verlustlisten“ (unter „Verluste“ wurden auch Verwundete und Erkrankte sowie Gefangene gezählt). Über die Suchmaske des Vereins für Computergenealogie lässt sich in diesen Unterlagen geordnet suchen!

Sehr langwierig aber mitunter doch sehr informativ ist die Suche über das Online-Zeitungsarchiv „Anno“ der Österreichischen Nationalbibliothek. In den eingescannten Zeitungen kann mit (einer selbstverständlich recht fehlerhaften) Volltextsuche gesucht werden. Hier können gerade zum Ersten Weltkrieg viele Infos zu steirischen Soldaten der k.u.k.-Armee gefunden werden. Oft wurde deren „Heldentod“ in Zeitungen erwähnt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs galten viele getötete Soldaten jahrelang  als vermisst. Die vielen Inserate in den Zeitungen zeugen von der oft vergeblichen Hoffnung der Hinterbliebenen auf eine  Rückkehr der Vermissten. Aus beiden Kriegen finden sich daher auf den Denkmälern auch viele Vermisste, deren Schicksal  bis heute ungeklärt blieb.

Wer sich tiefer mit der Suche nach biographischen Details  von Personen beschäftigen möchte, dem seien auch die online verfügbaren Matriken (Tauf-, Hochzeits- und Sterbematriken) empfohlen (nur bis 1938!) der Pfarren der Diözese Graz-Seckau empfohlen. In manchen Pfarren wurden bei den Geburtsmatriken auch die Todesdaten notiert.