Nach den Denkmälern in den kleineren Gemeinden kommen wir nun nach Leibnitz, zur Bezirksstadt mit einer Bevölkerung von über 13.000 Personen. Die Cafés an diesem sonnigen Septembersamstag sind gut gefüllt, sonst aber sind es eher wenige, die herumflanieren. Shopping scheint woanders zu passieren. Am lautesten ist noch die Partygesellschaft, die am wenig urban wirkenden umgebauten Traktoranhänger bei uns vorbeifährt. Was sonst noch auffällt: man hört viel Slowenisch an den Tischen rundherum und viele –  auch in der Steiermark Lebende –  rauchen hier, wie seit Jahrzehnten, slowenische Zigaretten. Wir fragen die nette sympathische slowenische Kellnerin im Café nach dem Weg, aber außer in der näheren Umgebung ihres Arbeitsplatzes am Hauptplatz kenne sie sich in der Stadt nicht aus.

Das Denkmal am Kirchplatz vor der Stadtpfarrkirche, in Erinnerung an die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs sowie Opfer der ersten Nachkriegsmonate erstreckt sich am Ende des Hauptplatzes weit sichtbar mit seinen drei Teilen.

1930: Ein umkämpfter „Heldenbrunnen“

In der Mitte befindet sich der steinerne Block, der 1928 vom 1876 gegründeten Veteranenvereins (später: Kameradschaftsverein) beschlossen wurde.[1] Entworfen wurde der ursprünglich alleinstehende „Heldenbrunnen“ am Kirchplatz vom Grazer Bildhauer Wilhelm Gösser und dem Grazer Architekten Z.B. Fiedler. Neben der zweimal vorkommenden Darstellung von zwei gekreuzten Schwertern auf den Seitenwänden des Steinblocks wird auf der Vorderseite auf dem Steinrelief „Kampf“ eine Kampfszene mit vier Männern dargestellt, davon zwei mit Helmen. Auf dem Halbrelief „Trauer“ (auf der der Kirche zugewandten Seite) sind zu Seiten des gekreuzigten Jesus eine Frau und ein Mann bzw. zwei Kinder zu sehen.[2]

Der Entwurf wurde zum einen gelobt[3], aber auch schon vor der Umsetzung 1929 heftig kritisiert: „Ein heidnisches Kriegerdenkmal ist ge­plant für die Opfer des Weltkrieges, (…) Die Figuren auf dem sehr primitiven Steinblock sind nackte Kämpfer, an denen wohl der Berufsästhet seine Studien machen kann, aber auch die Schulkinder die Reste von zartem Empfinden verlieren müssen. Unter namenlosen Leiden haben unsere Getreuen ihr Leben opfern müssen. Ein­zig das Kreuz Jesu Christi kann ein entspre­chendes Zeichen des Trostes und des Dankes an sie sein. Aber das wagt der ‚moderne‘ Künst­ler mit keiner Linie anzudeuten.“[4] 

Eingeweiht wurde der Brunnen am 1. Juni 1930 „in Anwesenheit von fast 10.000 Festteilnehmern durch den Landeshauptmann Dr. Rintelen enthüllt und vom Stadtdechant Dr. Neuhold nach einer Feldmesse“ eingeweiht wurde. „Unter den Festteil­nehmern befanden sich nahezu 4000 ehemalige Krieger, die aus diesem An­lasse eine Wiedersehensfeier veran­stalteten.“[5]

Da das Denkmal von den Nationalsozialisten als Symbol der bürgerlichen Ver­bände in Leibnitz betrachtet wurde[6], führten diese „am Vor­abend eine Kranzniederlegung am Heldenfriedhofe mit an­schließender Gedenkfeier am Seggauberg“ durch. „Ein mächtiger Holzstoß wurde entzündet und hiezu sprach Pg. Hans Haslinger die Ge­denkrede, die mit dem Deutschlandliede geschlossen wurde.“[7]

Der „Heldentod“ des Viktor Mild

Am Heldenbrunnen findet sich weiters die Inschrift „Unseren Gefallenen im Weltkrieg 1914-1918“ und die Namen von 93 Gefallenen und Vermissten[8], gelistet nach den Ortschaften Altenmarkt, Kaindorf an der Sulm, Leibnitz und Leitring, jedoch ohne Jahreszahlen. Bereits am 20. August 1914 starb bei Saarburg „der Infanterist im bayrischen Infanterieregiment Nr. 16 Josef Kerschl, ein Angehöriger der Familie Kerschl in Leibnitz“.[9] Am, 21. Juli 1915 starb Josef Lappi aus Leibnitz, Inst. d. JR. 58. (auf dem Denkmal findet sich nur ein Alois Lappi).[10] 

Näheres erfahren wir über den ebenfalls 1915 getöteten Alois Mild und die Familie des Kaindorfers: „Heldentod. Frau Marie Mild in Kaindorf bei Leibnitz wurde von einem schweren Schicksalsschlag getroffen. Ihr drittjüngster Sohn Viktor Mild, Gefreiter in einem Infanterieregiment, ist am 16. v. auf dem italienischen Kriegsschauplätze im jugendlichen Alter von kaum 22 Jahren gefallen. Er wurde gerade in dem Augenblick von einer Schrapnellkugel ereilt, als er an seine Schwester in Wien eine Karte schreiben wollte. Gefreiter Mild sank lautlos um. Der Genannte machte im vorigen Winter die Karpathenschlacht mit, erfror sich dabei die Füße, wurde aber aus dem Reservespital Leibnitz geheilt entlassen. Nun hat ihn, da er sich zum zweitenmal im Felde befand, das Ver­hängnis erreicht. Sein älterer Bruder, Mediziner Karl Mild, Kadett i. d. Res., erhielt die Trauerbotschaft, als er gerade in Lemberg war; (…) Die ganze Familie betrauert aus das tiefste den Verlust dieses schlichten, ehrlichen, jungen Mannes. Der älteste Bruder, Alois Mild, ist Leutnantrechnungsführer im Husarenregiment Nr. 8 und befindet sich ebenfalls im Felde.“[11]

1951/52 folgte die Erweiterung des Heldenbrunnens um zwei Sandsteinblöcke, auf welchen die Namen von 174 gefallenen und 77 vermissten Soldaten aus Leitring und Leibnitz zu lesen sind.[12] Auch hier gibt es, ähnlich zu den beiden Reliefs am „Heldenbrunnen“ zwei Arten der Darstellung. Auf einen Steinblock sitzt ein trauernder Soldat, auf dem zweiten eine Mutter mit Kind.

Was die Namen von Gefallenen auf dem Denkmal betrifft, so finden sich in den Zeitungen Soldaten als Gefallene, die am Denkmal nicht erwähnt sind. So etwa 1943 aus „Leibnitz“ Johann Fink, Hermann Huber, Max Hutter[13] und Ernest Prutsch.[14] Ob damit aber die Stadt oder der Bezirk gemeint ist bleibt unklar.

Zu einigen Namen finden sich Details:

„Am östlichen Kriegs­schauplatz ist am 4. November 1941 der Leutnant Ing. Alois Kappaun, Inhaber des EK. I und II, für Führer und Volk gefallen. Leutnant Kappaun war illegales Mitglied der Ortsgruppe Leibnitz-Nord und zuletzt Schulungsleiter. Er nahm auch an den Kämpfen in Polen und in Frankreich teil.“[15]

Gottfried Piwetz aus Kaindorf war 25 Jahre alt, als er 1942 gefallen ist.[16] Der am Denkmal als vermisst aufgelistete Josef Kreutzer dürfte bereits 1943 gefallen sein. Ebenso 1943 starb Werner Weinreich.[17]

Ehre welchen „Helden“?

Auf dem Denkmal in Leibnitz finden sich weiters ohne jeden weiteren Kontext 16 Namen von „Verschleppten“.[18] Über deren Vorgeschichte in der NS-Zeit und ihr Schicksal im Jahr 1945 berichtet 1950 ein Zeitungsartikel:

„VdU-Abgeordnete richteten vor einigen Wochen an den Justizminister eine parlamentarische Anfrage‚ in der sie darauf hinwiesen‚ dass im Dezember 1945 im Walde bei Wagendorf (Bezirk Leibnitz) ein Massengrab gefunden wurde‚ in der 20 schrecklich zugerichtete Leichen waren‚ die mit Draht aneinander gefesselt waren. Justizminister Dr. Tschadek teilt nun in einer Beantwortung dieser Anfrage auf Grund der Erhebungsergebnisse der Staatsanwaltschaft Graz über die Verschleppungen und Erschießungen in Leibnitz im Jahre 1945 u. a. folgendes mit:

Unmittelbar nach dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Regimes wurde in Leibnitz am 10. Mai 1945 eine Vereinigung von Vertretern der damals bestandenen drei politischen Parteien ins Leben gerufen‚ die als Bezirksleitung der demokratischen Freiheitsbewegung bezeichnet und sich die Aufgabe gestellt hatte‚ die einer öffentlichen Dienststelle zustehenden Befugnisse auszuüben‚ da diese, bedingt durch die politischen Ereignisse, Besetzung durch fremde Truppen und auch infolge Abwesenheit von Beamten nicht tätig werden konnten.

In der Sitzung dieses Bezirksausschusses vom 24. Mai 1945 wurde beschlossen, dass sämtliche ehemalige Parteigenossen der NSDAP sowie alle jene Personen, die sich nachweisbar politischer Verfehlungen und Übergriffe schuldig gemacht hatten‚ verhaftet werden sollten.

Die Aufträge zur Verhaftung wurden in der Folge von den mit der Leitung des Sicherheitsreferates betrauten Josef Kokec oder dem Obmann der Bezirksleitung Hermann Mesaritsch erteilt, wobei die Unterlagen aus den sichergestellten Karteien und Mitgliederlisten der NSDAP entnommen wurden. Die Verhafteten wurden in das Gefangenhaus des Bezirksgerichtes Leibnitz eingeliefert. Zur gleichen Zeit wurden aber auch von der in Leibnitz errichteten Kommandantur der Tito-Armee Verhaftungen vorgenommen, wobei die Verhafteten in abgesonderten Zellen des Gefangenhauses Leibnitz untergebracht und auch von Soldaten der Tito-Armee bewacht wurden. Diese Häftlinge waren einer Einflussnahme des Leiters des Sicherheitsreferates und des Gefangenhausaufsehers entzogen. Am 8. Juni 1945 erhielt Josef Kokec als Leiter des Sicherheitswesens‚ wie aus dem Akte ersichtlich ist‚ von der genannten Kommandantur den Auftrag, eine Liste aller Anhänger der „Faschistenpartei“ vorzulegen. Dieser Aufforderung musste nachgekommen werden. In den frühen Morgenstunden des 18. Juni 1945 erschien ein Offizier der Tito-Armee mit mehreren Soldaten im Gefangenhaus und verlangte die Herausgabe von zirka 18 bis 20 Häftlingen‚ deren Namen auf einem Zettel aufgeschrieben waren. Der  Gefangenaufseher musste diesem Befehl nachkommen. Die Häftlinge wurden mit einem Lastkraftwagen von den Soldaten in unbekannter Richtung abtransportiert. Den  Gefangenhausaufseher wurde von den Soldaten gesagt, dass die Häftlinge nach Jugoslawien zur Arbeit in Bergwerken gebracht würden. Gleichartige Transporte erfolgten am 25. und 29. Juni 1945. Über das Schicksal der auf diese Art verschleppten Häftlinge konnte vorerst nichts in Erfahrung gebracht werden. Am 18. August 1945 wurde aber im sogenannten Karwalde, nordöstlich von Wagendorf‚ von Ortsbewohnern ein Grab gefunden. Nach Absuchen der Umgebung dieses Grabes wurde von der Gendarmerie noch ein zweites Grab entdeckt, worauf zufolge Auftrages der Staatsanwaltschaft beide Gräber geöffnet und die darin befindiichen 24 Leichen vom gerichtsmedizinischen Institut der Universität Graz obduziert wurden. Die Leichen lagen teilweise allein‚ zum Teil auch zu zweit im Grabe gefesselt und wiesen durchschnittlich mehrere Schusswunden auf. Die Angehörigen der seinerzeit von der Tito-Arrnee weggebrachten Häftlinge konnten nur vier Leichen agnoszieren, und zwar die des Kreisleiters Josef Tomaschitz‚ der Gendarmeriebeamten Franz Freidl und Emmerich Köllner und des Richard Albustin. Bei einer fünften Leiche wurde an Hand dcs Soldbuches deren Identität festgelegt. Es handelt sich um den am 15. Juni 1945 von der Kommandantur der Tito-Armee verhafteten Franz Koren, geb. am 5. Juli 1921 in Tüchenberg-Oberberg bei Cilli, der am 18. Juni 1945 dem Kommando der Tito-Armee übergeben werden musste. Die Erhebungen haben ergeben, dass Gerüchte, Listen seien von der Bezirksleitung Leibnitz oder von dem damaligen Leiter des Sicherheitsreferates Kokec erstellt worden‚ nicht den Tatsachen entsprechen. Wohl aber wurde eine von dem später gleichfalls verschleppten ehemaligen Ortsgruppenleiter und Oberlehrer Karl Stift handgeschriebene Liste über die in Leibnitz wohnhaften nationalsozialistischen Funktionäre aufgefunden, die für Zwecke des Arbeitseinsatzes der Nationalsozialisten erstellt worden war. Die Anzeigen bei dem politischen Referat der damaligen Kommandantur der Tito-Armee‚ einem Oberleutnant Klaus Löw aus Berlin oder Hamburg, der seinerzeit SS-Scharführer gewesen sein und im Laufe des Krieges zu den Partisanen übergelaufen sein soll, wurden von während der Kriegszeit in Leibnitz kriegsdienstverpflichteten jugoslawischen Staatsbürgern erstattet.“ [19]

Die Eintragung der Namen der 1945 ermordeten NS-Täter dürfte erst nachträglich bei der Anfang der 1950er-Jahre stattgefundenen Erweiterung[20] erfolgt zu sein, wie folgender Zeitungsartikel aus dem Jahr 1954 nahe legt: „In den Apriltagen 1945 wurde bei Leibnitz ein österreichischer Soldat der Hitlerwehrmacht aufs freie Feld hinaus­ getrieben. Er musste selbst sein Grab schaufeln. Dann wurde er von rückwärts mit einem Krampen erschlagen. Nazistische Mordbanditen verrichteten damit ihr letztes Werk in dieser Gegend. Unter ihnen befanden sich der Nazi-Kreis­leiter Tomaschitz, seine Stellvertreter Albustin[21] und Koroschetz, ferner die SD-Leute Stift, Straßer und Freidl. Der österreichische Angehörige der Hitler­wehrmacht war nicht das einzige Opfer. Zwei Männer, die diesen Mordbanditen zum Opfer fielen, sind auf dem Leibnitzer Friedhof begraben. Warum diese düstere Geschichte aus dem Jahre 1945 jetzt erzählt wird? Dafür gibt es einen sehr begründeten Anlass. Auf dem so­ genannten Heldendenkmal in Leibnitz, wo die Namen der Gefallenen des Nazikrieges eingemeißelt sind, wurde auf An­regung des „Österreichischen Kamerad­schaftsbundes“ eine neue Eintragung vorgenommen. Die offiziellen Redner, der VP-Bürgermeister von Leibnitz, Amtsrat Fettinger, legten Kränze bei dieser Gelegenheit nieder. Der Pfarrer sprach vom ‚Opfer für die Heimat‘ und von ‚„Vorbild, dem nachgelebt werden soll‘. Und wen meinte man damit? Den Nazikreisleiter Tomaschitz. seine Stellvertreter Albustin und Koroschetz, die SD-Leute Stift, Strasser und Freidl, die der Vergeltung der Bevölkerung nicht entgangen waren, und nun auf die Tafel des ‚Ehren­mals“ in Leibnitz neu eingetragen wurden. So etwas nennt man ‚Heldenehrung‘ in Österreich.“[22]

Über die Verschleppungen und Erschießungen in Leibnitz im Jahr 1945 berichtet auch Erich Vogl in seiner Diplomarbeit aus dem Jahr 2009:[23] Nachdem in Leibnitz die NS-Funktionäre ihre Ämter verlasen hatten, wurde Hermann Mesaritsch (SPÖ) zum Obmann eines übergangsmäßig gebildeten „Achtzehner Ausschusses“. Das Sicherheitsreferat übernahm Josef Koketz

Von Hilfspolizisten wurden Nationalsozialisten verhaftet und im Bezirksgericht Leibnitz festgehalten. Am 13. Juli 1945 teilte Koketz der Sicherheitsdirektion und der Staatspolizei in Graz, sowie den Bezirksleitern der KPÖ, ÖVP und SPÖ schriftlich mit, dass die jugoslawische Geheimpolizei OZNA den Befehl zur Festnahme von 16 ehemaligen NSDAP-Mitgliedern (und deren Verschleppung nach Jugoslawien) vor deren endgültigen Abzug gegeben habe.

„Am 12. Juni 1945 fand der erste Abtransport aus dem Leibnitzer Gefängnis statt, ein weiterer erfolgte am 18. Juni und umfasste 25 Personen und ging wahrscheinlich nach Trifail. Transporte erfolgten am 25. Juni und am 29. Juni; zunächst blieb das Schicksal der Verschleppten unklar.“ Schließlich wurde am 18. August 1945 im Karwald ein Massengrab mit 20 Leichen entdeckt. „Im Zuge der Untersuchungen wurde noch ein Massengrab mit 24 Leichen gefunden, wobei mehrere Tote aneinander mit Draht gefesselt waren und auch Schussverletzungen aufwiesen. Fünf konnten identifiziert werden.“

1949 wurde festgestellt, dass Josef Koketz der Mann war, der Ver- und  Enthaftungen durchzuführen hatte, Herrmann Mesaritsch als Obmann der Bezirksleitung war dazu ebenfalls in der Lage, aber ungeachtet der mannigfachen Verdachtsmomente wurden gegen sämtliche Beschuldigten das Strafverfahren am 26. September 1949 eingestellt. 

Die Sache ruhte jedoch nur, schon am 4. März 1955 beantragte die Staatsanwaltschaft die Einvernahme von Karl Katter, einem ehemals von der bulgarischen Armee in der Gemeinde Obervogau als „Kommissar“ eingesetzten Österreicher. Dieser erschien in der Redaktion des „Grenzlandboten“, als die Zeitung einen Artikel mit der Bitte, mehr über diese Zeit in Erfahrung zu veröffentlichen, brachte. „Noch mehr belastete aber die Aussage von  Franz Puschnigg, der am 18. Juni 1945 ganz deutlich Josef Koketz und Hermann Mesaritsch bei der Verladung der Aufgerufenen gesehen hatte, und im Oktober 1955 wurde auch eine Tatbestandsaufnahme gemacht, bei der Puschnigg mit fünf Fotos demonstrierte, wie er die beiden Beschuldigten beobachten konnte.“

Dennoch wurden am 13.Mai 1957 alle Beklagten von der Einstellung des Verfahrens informiert.

Zum Ort des Massengrabs im Karwald siehe auch: https://archaeoregion.at/karwald/

Joachim Hainzl


[1] Vgl. Grazer Tagblatt, 16.1.1928, S. 7 und Grazer Volksblatt, 26.6.1926, S. 7.

[2] Vgl. Grazer Tagblatt, 21.3.1930, S. 6.

[3] Über Gösser: „So schuf er die Kriegerdenkmale in St. Veit ob Graz, Fladnitz, Feldbach, in jüngster Zeit den Heldenbrunnen in Leibnitz, Werke, die rein  künstlerisch erfasst und durchgeführt sind, aber

himmelhoch über den Kitsch der Dutzendkriegerdenkmale hinausragen. Schade, dass des Künst­lers wirklich großzügiger monumentaler Plan eines steirischen Heldendenkmales auf dem Zentralfriedhofe, wobei auch die Landschaft und der Buchkogel in wirkungs­vollster Weise als Hintergrund einbezogen wa­ren, nicht zur Durchführung gekommen ist. Das wäre ein Denkmal geworden, wie es die Län­der der ganzen alten Monarchie nicht besessen hätten.“ (Grazer  Volksblatt, 6.5.1931, S. 10)

[4] Anscheinend musste auch schon der ursprüngliche Entwurf abgeändert werden. Zudem verzögerte sich die Aufstellung immer wieder. Vgl. Grazer Volksblatt, 6.4.1929, S. 7.

[5] Das interessante Blatt, 12.6.1930, S. 6f.

[6] „Zur Durchführung dieser für das ganze Unterland bedeutungsvollen vaterländischen Feier hat sich der unter der Leitung des Krankenkassebeamten Josef Glauninger stehende Denkmalausschuss zu einem aus Vertreter aller militärischen und sonstigen Vereine bestehenden Festausschuss erweitert (…)“ (Alpenländische Rundschau, 22.3.1930, S. 21).

[7] Grazer Tagblatt, 11.6.1930, S. 6.

[8] Vgl. Gottfried Maicher, Mahnmale und Kriegerdenkmäler in der Steiermark. Graz 2012, S. 369. 90 Namen sind es hingegen bei: http://www.denkmalprojekt.org/2024/leibnitz_denkmal_bez-leibnitz_wk1_wk2_oe.html.  

[9] Vgl. Tagespost, 14.9.1914, S. 10.

[10] Vgl. Grazer Tagblatt, 18.9.1915,  S. 8.

[11] Tagespost, 2.12.1915, S. 7.

[12] Vgl. 2024 ergänzte Abschrift der Namen auf: http://www.denkmalprojekt.org/2024/leibnitz_denkmal_bez-leibnitz_wk1_wk2_oe.html. Vgl. Gottfried Maicher, Mahnmale und Kriegerdenkmäler in der Steiermark. Graz 2012, S. 355.  

[13] Vgl. Steirerland, 1.8.1943, S. 7.

[14] Vgl. Steirerland, 1.10.1943, S. 10.

[15] Vgl. Steirerland, 1.3.1942, S. 11

[16] Vgl. Steirerland, 1.9.1942, S. 10

[17] Vgl. Steirerland, 1.10.1943, S. 10

[18] Unter ihnen Franz Pertlik, der 1934 beim nationalsozialistischen Juliputsch aktiv beteiligt war (vgl. Grazer Volksblatt, 25.10.1934, S. 14). 1938 erhielt er „eine ehrende Berufung nach Graz, um sich dort der national­sozialistischen Bewegung voll und ganz zu widmen. Pertlik, ein Sudetendeutscher, kam im Jahre 1925 nach Radkersburg und entfaltete sofort eine eifrige Tätigkeit im Deutschen Turn­vereine und im Gesang- und Musikvereine. Als Nationalsozialist musste er wiederholt Haus­durchsuchungen, Verhaftungen und Kerker­strafen (Wöllersdorf und Karlau) über sich er­gehen lassen, Pertlik wird uns das Vorbild eines aufrecht deutschen Mannes bleiben, der jederzeit ein ehrliches Bekenntnis von seiner makellosen deutschen Gesinnung ablegte. Seine Frau war ihm eine treue Mitstreiterin in den schweren Tagen: sie hat sich nach dem Umbruch in der NS-Frauenschaft ganz besondere Ver­dienste erworben. Radkersburg wird beiden Kämpfern für die neue Zeit jedenfalls ein ehrendes Gedenken bewahren.“ (Grazer Volksblatt, 8.9.1938, S. 4)

[19] Neue Zeit, 31.3.1950, S. 1f

[20] Vgl. Gottfried Maicher, Mahnmale und Kriegerdenkmäler in der Steiermark. Graz 2012, S. 355.

[21] SS-Sturmbannführer Richard Albustin war nach über zwei Jahren an der Front 1944 wieder als Kreisstabsamtsleiter nach Leibnitz zurückgekehrt.[21] 1933 war der Nationalsozialist anscheinend bereits in Attentatspläne auf den Leibnitzer Regierungskommissär Schiestl verwickelt. (Vgl. Grazer Volksblatt, 30.11.1933, S. 3f  und Steirerland, 1.6.1944, S. 7).

[22] Österreichische Zeitung, 7.11.1954, S. 12.

[23] Erich Vogl, „Leben mit und entlang von Grenzen Am Beispiel der steirisch/jugoslawischen Grenze vom Kriegsende 1945 bis in die 1950er Jahre“. Diplomarbeit, Graz 2009, S. 16-22 (= https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/download/pdf/206926).

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